Jobsharing-Consulting MS AG                                   
Jobsharing ist smart - Wir zeigen Ihnen wie                

Interview mit Martina Troxler und Natalie Lengacher

Schulleitung Küsnacht arbeitet mit Erfolg im Kader-Jobsharing


"Traut euch! Klar braucht es viele Absprachen und eine gute Organisation, aber es ist es wert!"



Könnt ihr Euch beide kurz vorstellen?

NL:  Ich bin 31 Jahr alt, habe eine Tochter, welche 9 Monate ist und wohne in Uster. Ich arbeitete sieben Jahre als Mittelstufenlehrperson und habe im Jahr 2015/16 die Schulleitungsausbildung absolviert. Seit bald fünf Monaten arbeite ich 50% als Schulleitung in Küsnacht ZH.

MT: Ich bin 34 Jahre alt, habe einen Sohn der 10 Monate alt ist und wohne in Zürich. Seit 2009 arbeite ich an der Schule Küsnacht als Kindergartenlehrperson und Heilpädagogin. Zeitgleich absolvierte ich den Bachelor in Angewandter Psychologie mit dem Schwerpunkt der Arbeitspsychologie. Anschliessend besuchte ich 2015/16 die Schulleiterausbildung. Seit fünf Monaten arbeite ich 60% im Jobsharing mit Natalie Lengacher als Schulleitung in Küsnacht ZH.


Ihr arbeitet im Jobsharing, wie habt ihr Euch gefunden?

Wir haben uns bei einem Meeting in Küsnacht kennen gelernt. Wir arbeiteten damals beide noch als Lehrperson und an einem Tag als Schulleitungsentlastung. Martina sprach mich auf die neue Stelle an und ich war sehr interessiert. Wir trafen uns regelmässig und haben gemerkt, dass wir die gleichen Werte und Normen teilen. Schnell haben wir entschieden, wir möchten zusammen arbeiten.


Wie lange arbeitet ihr schon im Jobsharing?

Wir haben anfangs Oktober 2016 die Stelle übernommen.


Was waren wichtige Fragen und Themen, die ihr zu Beginn erstmals klären musstet?

Was ist uns in der Arbeit wichtig, wie arbeiten wir zusammen, wie kommunizieren wir. Vieles hat sich ergeben, da wir beide sehr ähnlich arbeiten und uns sehr regelmässig austauschen. Ich denke man merkt schnell, ob die Chemie stimmt.


Wie sieht euer Jobsharing ganz praktisch aus?

Natalie arbeitet jeweil Montag und Freitag, Martina Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Am Donnerstag Nachmittag kommt Natalie ins Büro, damit wir uns austauschen können. Etwa alle zwei, drei Wochen findet am Donnerstagnachmittag ein Meeting mit den Lehrpersonen statt, bei welchem beide Schulleiterinnen anwesend sind. Wir telefonieren aber auch oft miteinander und senden einander Emails. Grundsätzlich nehmen wir die andere Person immer ins Cc wenn etwas wichtig ist.

Wir haben uns die Arbeit so aufgeteilt, dass Martina vor allem fürs Personelle und Natalie für die Schülerinnen und Schüler Belange zuständig ist. Wichtiges erledigen wir aber ad hoc.


In welcher Hinsicht tickt ihr ähnlich? Wo unterscheidet ihr euch?

Wir haben die gleichen Wertevorstellungen. Die Kommunikation ist uns beiden sehr wichtig und wir erleben die Menschen ähnlich. Martina arbeitet oft genauer als Natalie, welche eher schnell Dinge erledigt.


Was sind die größten Vorteile, vielleicht aber auch Herausforderungen für eure Kollegen, Vorgesetzten und die Eltern?

Zwei Köpfe denken besser als nur einer! Es ist doch ein klarer Vorteil, wenn wir bei schwierigen Entscheidungen miteinander austauschen können. Auch bei Sitzungen können wir einander ergänzen und müssen nicht alles alleine tragen. Gleichzeitig muss man aufpassen, dass man nicht zu oft zu zweit erscheint, da es an den Ressourcen zehrt. Wir arbeiten Teilzeit und möchten nicht jeden Tag bei einem Meeting anwesend sein. Man muss sich abgrenzen können. Da unser Kommunikationsfluss sehr gut ist, sehen wir nicht viele Nachteile im Jobsharing. Dass wir ähnlich „ticken“ ist natürlich ein grosser Vorteil.


Haben Sie noch eine Botschaft an alle Jobsharing-Interessierten?

Traut euch! Klar braucht es viele Absprachen und eine gute Organisation, aber es ist es wert!

Ein grosses Kompliment an Martina Troxler und Natalie Lengacher, denn ich kann als Elternratsmitglied der Schule Küsnacht direkt sehen, wie dieses Kader-Jobsharing funktioniert und arbeitet.

Besten Dank für das Interview! 19.03.2017, S. Müller