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Interview mit Benno Singer CEO ewp

Kader-Jobsharing- auch in der Ingenieur- und Planungsbranche möglich

 

"Das Zentrale an Jobsharing ist, dass die Chemie zwischen den beiden Jobsharing-Partner stimmt."


Selber habe ich Benno Singer am 22. Februar 2017 anlässlich des 10.Diversity & Inclusion Day in Zürich kennengelernt. Als einziger männlicher Referent stellte er sich der Herausforderung, ein Referat über die „Kultur der Offenheit“ bei ewp Ingenieure, Planer und Geometer vor einem Publikum zu bestreiten, welches fast ausschliesslich aus Frauen bestand. Die gelungene Präsentation zeigte mir, dass Diversity auch in der Ingenieurbranche mittlerweile ein Thema ist. Weiter sah ich, dass er bereits im flexiblen Arbeitsmodell Jobsharing arbeitet. Auf die Frage ob er bewusst im Jobsharing arbeitet, kam als Antwort „Nein, wir arbeiten beide 100%...“. Benno Singer und sein Kader-Jobsharingpartner führen die ewp mit rund 230 Mitarbeitenden.

 

Wie lange arbeitet ihr schon im Jobsharing?

Seit mehr als 3 Jahren arbeite ich zusammen mit Philipp Odermatt im Kader-Jobsharing. Wir nennen unser Modell Co-Leitung und sind somit noch nicht mit dem Ausdruck Kader-Jobsharing bekannt. Defacto ist es aber ein Kader-Jobsharing, denn wir teilen uns die Führungsposition: Ich selber arbeite seit 10 Jahren bei ewp und Philipp Odermatt seit über 20 Jahren.

 

Ihr arbeitet im Jobsharing, wie habt ihr euch gefunden?

Aufgrund von Druck bezüglich Arbeitspensum. Die Stelle als CEO war einfach nicht mehr als Einzelperson machbar. Daraufhin haben wir eine Co-Leitung ins Leben gerufen (oder auch Kader-Jobsharing genannt).

 

Wie sieht euer Jobsharing ganz praktisch aus?

Da unsere Firma an neun Standorten tätig ist, sind wir häufig unterwegs. Eine regelmässige, gegenseitige Absprache ist somit sehr wichtig. Wir haben unsere Aufgabe mehr oder weniger wie „Aussenminister/Stratege“ und „Innenminister/operativer Chef“ aufgeteilt. Durch den regelmässigen Austausch sind die zu treffenden Entscheide bereits breiter abgestützt.

 

In welcher Hinsicht tickt ihr ähnlich? Wo unterscheidet ihr euch?

Obwohl wir die gleiche Grundausbildung aufweisen, sind wir dennoch enorm ergänzend. Darum ergab sich fast automatisch eine Aufteilung der Aufgaben nach Stärken.

 

Was sind die grössten Vorteile, vielleicht aber auch Herausforderungen für eure Mitarbeitenden?

Zurzeit ist die grösste Herausforderung, Zeit für die gemeinsame Absprache zu finden. Der Vorteil für unsere Mitarbeitenden ist ganz klar, dass sie zwei Ansprechpartner mit insgesamt besserer Erreichbarkeit haben und dass sie wissen, dass wir für flexible Arbeitsformen einstehen. Knapp die Hälfte unserer Mitarbeiter/innen arbeitet im Teilzeitpensum und wird so je nach Grösse eines Projekts eingeteilt. Diese flexible Form, eigentlich ein „Jobsharing“ auf Projektbasis, bietet den Mitarbeitenden viel Freiheit, die eigene Arbeitszeit selber zu definieren.

 

Haben Sie noch eine Botschaft an alle Jobsharing-Interessierten?

Das Zentrale an Jobsharing ist, dass die Chemie zwischen den beiden Jobsharing-Partner stimmt. Wenn diese Chemie stimmt und sich die Partner voll vertrauen, dann ist ein Jobsharing ideal. Und die Zeit zur gegenseitigen Abstimmung muss man sich bewusst(er) einplanen.


Besten Dank für das Interview! 03.04.2017, S.Müller